Konzertrezension der Allgemeinen Zeitung, Bad Kreuznach (07/16)

Stadt Bad Kreuznach 27.07.2016

The Tenor Badness Quintet“ begeistert im Kreuznacher Kurpark

Diese fünf famosen Musiker bescheren einen unvergesslichen Abend (v.l.): Julia Stenzinger-Baldauf am Piano, Rudolf Stenzinger am Kontrabass, Axel Schmitt an Tenorsaxophon und Querflöte, Johannes Lind, ebenfalls Tenorsaxophon, und Michael Frassiné am Schlagzeug. Foto: Claudia Römer

Von Claudia Römer

BAD KREUZNACH – Die ersten Töne erklingen und steigen in den abendlichen Himmel über dem Kurpark Bad Kreuznachs, die Zuschauer schließen instinktiv die Augen und wähnen sich mit einem Mal unvermittelt in einem Jazzclub irgendwo in New York irgendwann in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Stehen die beiden exzellenten Tenorsaxophonisten Axel Schmitt aus „einer der Metropolen der Jazzmusik“, nämlich Münster-Sarmsheim, und Johannes Lind, im wirklichen Leben Pädagoge am Lina-Hilger-Gymnasium, meist im Zentrum des musikalischen Geschehens, so kristallisiert sich dennoch rasch heraus, dass sich hier fünf ambitionierte junge Menschen zusammengefunden haben, die wissen, dass sich ihre „Kunst“ von „Können“ ableitet.

Von Sonny Rollins’ Album „Tenor Madness“ inspiriert

Und sie sind in der Tat allesamt hochtalentierte Musiker, ganz gleich ob am Piano, am Kontrabass, am Schlagzeug oder eben am Saxophon. In ihrer Namensgebung „The Tenor Badness Quintet“ haben sie sich wohl von Sonny Rollins’ Album „Tenor Madness“ aus dem Jahr 1956 inspirieren lassen, denn auch hier treffen sich die fünf genannten Instrumente zu einem gleichermaßen swingenden wie mitreißenden Schlagabtausch.

Optisch scheinen die Dame und ihre vier Herren „kein Wässerchen trüben“ zu können, kommen sie doch alle adrett in Kleid und Anzug daher, musikalisch jedoch lassen sie die „Fifties“ aufleben und in ein hochkarätiges Sommerabend-„concert“ münden. Ähnlich wie Sonny Rollins frönen sie dem Hard-Bop, der es ihnen erlaubt, Elemente des Soul und Blues in ihr abwechslungsreiches Repertoire aufzunehmen und daraus eingängige Melodien für Menschen aller Altersstufen zu kreieren.

Kongeniale Saxophonisten treiben sich gegenseitig an

Die beiden kongenialen Saxophonisten treiben sich permanent gegenseitig zu Höchstleistungen an, wissend um ihre und die Qualität ihrer Mitstreiter. Ob die wunderschöne Ballade „Polka Dots and Moonbeams“, „Blues Up and Down“ von Eddie Lockjaw Davis und „Volcano“ von Johnny Griffin oder der Bossa Nova „The Shadow of your Smile“ – die fünf Instrumentalisten konzertieren auf höchstem Niveau und überzeugend leicht und selbstverständlich. Gemeinsamkeit steht dabei ganz hoch im Kurs, aber auch grandiose Soli, Tenor Battles der alten Schule und zeitlose Melodien des Golden Age of Jazz erobern die Zuhörer. Die danken den Musikern mit großem Applaus und strahlenden Gesichtern.

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